Die Vegetation auf Madeira

Das Erscheinungsbild der Insel wird geprägt durch die vielen Bananenplantagen und den Weinanbau des berühmten Madeira-Weins, der auf schwer zugänglichen Terrassen angelegt ist.
Die atemberaubenden Farbtöne der exotischen Vegetation hüllen die Insel in einen grünen Mantel. Aufgrund der grossen Blüten, Pflanzen- und Sträuchervielfalt könnte man Madeira als Naturreservat bezeichnen. Madeira besitzt einige besondere und seltene Pflanzenarten. So findet man hier beispielsweise die weltweit seltene "Laurissilva“ - Vegetation. Es gibt z.B. die Kegelkopfstrohblume, in Meeresnähe wachsend und ihre Blüten im Juni zeigend, die Madeira-Heidelbeere, sie wächst in einer Höhe von 600 bis 1700 m. Reifezeit ist im September. Die großen, süßen Beeren schmecken vorzüglich und färben nicht blau. Die Sträucher sind übermannshoch, so daß man sich beim Pflücken nicht bücken muß. Die Madeira-Grasnelke findet man in 1700 bis 1800 m, ebenso wie die Madeira-Fettehenne; das ist so hoch, daß die Pflanzen schon fast Freunde der Wolken sind.

Es gibt Guaven und Esskastanien. Aus der Guave wird eine äußerst wohlschmeckende Marmelade zubereitet und geröstete Kastanien werden an jeder Straßenecke in Funchal verkauft. Auch die stacheligen Früchte des Feigenkaktus können geerntet werden, aber bitte vorsichtig, fassen Sie diese Früchte nicht ohne Handschuhe an, die feinen Stacheln bohren sich in die Haut und sind dann nur noch mittels Oliven- oder einem anderen Öl sehr schwierig zu entfernen, da sie haarfein und ziemlich durchsichtig sind.

Erfreuen Sie sich an den Hortensien, die im Januar überall an den Rändern der Landstraßen ihre Knospen schwellen lassen und während des Sommers ihre Blüten zeigen. Für die Gutsbesitzer auf Madeira sind viele exotische Pflanzen wichtig, wie z.B. der Frangipani, auch Pagodenbaum genannt. Es gibt eine Geschichte, die besagt, daß in Indien diese Bäume auf die Gräber der Verstorbenen gepflanzt werden, zum einen um Schatten zu spenden, und zum anderen, damit die herabfallenden, betäubend duftenden Blüten den Dahingegangenen auch noch nach dem Tode erfreuen. Der Papyrus und der Leberwurstbaum gehören ebenso dazu um nur einige zu nennen.

Jeden Monat kommt der Frühling auf's Neue nach Madeira, denn jeden Monat haben andere Pflanzen ihre Blütezeit.
Der August bringt u.a. die Abelie, einen Strauch mit kleinen weißen trompetenförmigen Blüten, die Glockenmalve und die Orchideen blühen das ganze Jahr hindurch, das Kleb - Änomium, eine Pflanze die zur Familie der Fetten Henne gehört, die afrikanische Liebesblume in weiß und blau, die amerikanische Agave mit ihrer Höhe von 4 bis 8 m, nicht zu vergessen der Seidenrosenbaum und der Palisanderholzbaum, die Goldtrompete - eine Kletterpflanze, der Rosenknöterich, der australische Flammenbaum, die Engelstrompete, die unvergleichlich duftet und viele mehr. Die öffentlichen Gärten von Madeira sind ein beliebtes Ausflugsziel. Zu den schönsten zählt der Botanische Garten, die Quinta do Palheiro und die Tropischen Gärten des Monte Palace auf den nach Funchal ausgerichteten Hügeln. Einmal im Jahr schmückt sich ganz Funchal zum riesigen Blumenfest.